Poysdorf, die Weinstadt Österreichs
Open-Air Galerie Ohmeyer, A-2170 Poysdorf, Maria-Ohmeyer Weg

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© 2015 GeWeFoto, G. Wlaschitz

Station 1: Portrait der Malerin, 1967

Halten Sie kurz inne beim Selbstporträt der Malerin und tauchen Sie ein in die Farbgebung - sie ist typisch für die Bilder ihrer letzten Schaffensperiode von ca. 1960-1972: Breite, expressive Strichführung zeichnen diese Werke aus, ihre Farbpalette ist pink, gelb, blau und grün, dazwischen ihr bestimmendes Rot - mit dem Daumen gewischt. Sie verwendete wenig dezentes Schwarz, manchmal auch nur als Umrahmung oder Begrenzung.

Maria Ohmeyer wirkt hier willensstark und elegant, ihr rotgefärbtes Haar wird von einem grünen Schleier umrahmt. Eine für sie typische Kopfbedeckung. Die vorherrschend dunkelgrüne Farbe ihrer Bekleidung signalisiert auch die „Lebensreife". Sie ist 71 Jahre alt, ihr Blick erinnernd ...

Betrachten Sie die Leiter genauer, werden Sie in der Mitte eine fehlende Sprosse entdecken. Dieses Lücke ist eigentlich nicht zu überwinden: Symbolisch der Schicksalsschlag, als ihr einziger Sohn Herbert mit 19 Jahren im 2.Weltkrieg 1944 gefallen ist. Halt findet sie letztendlich nur durch ihre Malerei. Dies symbolisiert die rote linke Hand, ihre brennende Liebe zur Malerei. Sie hat die letzte Sprosse ihrer Lebensleiter erreicht. Den lebenslangen Schmerz um den Verlust ihres Sohnes hat sie in ihren Bildern verarbeitet.

 

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